Nach einem Freilos in der ersten Runde des WFV-Pokals begann die Pflichtspielrunde für den SSV Reutlingen 05 mit einem Freitagabendspiel beim Landesligisten BSV Schwenningen. Zahlreiche Gästefans sahen nach torloser erster Hälfte einen letztlich ungefährdeten 4:1-Sieg ihrer Mannschaft, bei dem sich gleich drei Neuzugänge in die Torschützenliste eintragen durften.
Seit der Jahrtausendwende führte der Verbandspokal die Reutlinger dreimal ins Gustav-Strohm-Stadion in den württembergischen Teil der Doppelstadt im Schwarzwald-Baar-Kreis. Vor zehn Jahren endete die Partie mit einem 5:0-Sieg für Reutlingen und just am gleichen Tag vor 22 Jahren, am 31.07.2004, gewann der SSV mit 7:1. So oft durften die mitgereisten Fans bei der diesjährigen Begegnung nicht jubeln, dennoch konnten sie nach Toren von Sökler (47.), Schwaiger (56.), Yeboah (58.) und Melissopoulos (78.) zufrieden die Heimfahrt in die Achalmstadt antreten. Der Treffer zum 1:4 der Gastgeber fiel in der 85. Spielminute durch Ledion Shabanaj.
Keine Treffer vor der Halbzeit
Wie auch in der Begegnung 2016 blieb die erste Hälfte des Spiels ohne zählbaren Erfolg. Zwar hatte der SSV extrem hohe Ballbesitzanteile, konnte jedoch gegen die tief stehenden Hausherren keine zwingenden Torchancen kreieren. Die beste Reutlinger Gelegenheit hatte dabei Marcel Sökler, der durch einen Lupfer über die Abwehrkette von Denis Gudzevic sehenswert in Szene gesetzt wurde (15.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Abläufe im Team von Thomas Herbst noch nicht so rund wie es sich der Reutlinger Trainer wohl gewünscht hätte. Vor der Partie mahnte dieser seine Mannschaft außerdem, den zwei Klassen tiefer angesiedelten Gegner ernst zu nehmen. Dem BSV, in dessen Reihen Spieler mit Oberliga- und sogar Bundesligaerfahrung stehen, zeigte dann auch kurz vor dem Halbzeitpfiff seine Qualität: Volkan Bak prüfte Nino Trost mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze, den der Reutlinger Torspieler mit einer sehenswerten Parade zur Ecke klärte (39.). Die darauffolgende Ecke von Ex-Profi Daniel Caligiuri landete auf dem Kopf von Mauro Chiurazzi, der das Reutlinger Gehäuse nur knapp verfehlte.
Sökler mit dem Startschuss
Mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste dann endlich ihre Überlegenheit in Tore umsetzen: Eine Flanke von Tim Schwaiger vom linken Spielfeldrand verwertete Sökler per Kopf an den Innenpfosten zum 0:1 (47.). In der 56. Spielminute war es dann Schwaiger selbst, der für das nächste Tor sorgte. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld und anschließendem Solo über den halben Platz vollstreckte Schwaiger mit einem unhaltbaren Flachschuss. Auch am 0:3 war Schwaiger beteiligt. Nach feinem Doppelpass zwischen Plattenhardt und Asare, kam der Ball zu Schwaiger. Sein Schuss von der Strafraumgrenze wurde von der Schwenninger Abwehr zwar noch geblockt, doch der Abpraller landete bei Wycliff Yeboah, der nach einer Finte den Ball in den rechten Winkel zirkelte (58.).
Melissopoulos trifft nach Einwechslung
Nach nur sechs Minuten, die er auf dem Spielfeld stand, durfte sich dann auch der dritte Neuzugang in den Reihen des SSV über einen Treffer freuen. Der 18-jährige Samuel Melissopoulos wurde in der 72. Spielminute eingewechselt und fügte sich direkt ins Geschehen ein. Da er nach der Balleroberung an der rechten Spielfeldbegrenzung keine Anspielstation fand, bahnte sich Melissopoulos kurzerhand den Weg in den Strafraum und blieb mit seinem flachen Abschluss ins lange Eck, Sieger im Eins-gegen-eins gegen den Schwenninger Schlussmann (78.). Das letzte Wort hatten dann die Hausherren kurz vor Ende der Partie. Shabanaj erzielte für seine Farben den Ehrentreffer in der 85. Spielminute.
Ausblick
Nach der erfolgreich bewältigten Pflichtaufgabe in Runde zwei wartet in der dritten Runde der Sieger aus der Partie zwischen dem SV Nehren und dem FC Holzhausen. Auch wenn der Oberligaufsteiger aus Sulz am Neckar gegen den Landesligisten Nehren Favorit ist, dürfte der Reutlinger Anhang den Nachbarn aus dem Landkreis Tübingen die Daumen drücken. Wegen fehlender Flutlichtanlagen auf den Hauptplätzen beider Gegner ist die Begegnung auf 17:30 Uhr an einem Mittwoch (12.8.) angesetzt. Hier würde die kürzere Anreise nach Nehren allen Reutlingern, die das Spiel gerne vor Ort verfolgen würden, entgegenkommen. Sollte sich Holzhausen durchsetzen, würde sich dessen Heimrecht trotz der gleichen Ligazugehörigkeit aus dem bereits bis zur dritten Runde ausgelosten Turnierbaum des WFV-Pokals ergeben.