Es war eng, aber am Ende waren die drei Punkte sicher. Dank zweier später Tore von Willie Sauerborn und Amin Zukic gewann der SSV das Auswärtsspiel beim FV Lörrach-Brombach mit 3:1 (1:1). Zwei der insgesamt vier Tore fielen unter die Kategorie „dumm gelaufen“.

Am Ende war alles gut. „Die drei Punkte sind so immens wichtig. Die Jungs haben ihren Auftrag erfüllt“, zeigte sich nicht nur SSV-Coach Maik Schütt nach dem Schlusspfiff hörbar erleichtert. Denn bereits vor dem Anpfiff im Lörracher Grütt-Stadion gab es zwei Hiobsbotschaften für die Nullfünfer zu verdauen: So konnten Kapitän Pierre Eiberger und Denis Lübke, die beide schon laut Spielberichtsbogen in der Startaufstellung standen, kurzfristig doch nicht in Südbaden auflaufen.  Lübke hatte kurzfristig Sprungelenksprobleme, bei Eiberger machte eine Verletzung vom Freitagstraining den Einsatz unmöglich. Stattdessen standen Toni Suddoth und Nils Staiger in der Startaufstellung.

Auf diese Hiobsbotschaft folgte sodann nur wenige Sekunden nach Anpfiff die erste Schrecksekunde: Der SSV war noch gar nicht im Ballbesitz gewesen, da war Lörrachs Daniel Briegel frei durch und knallte das Leder an den Pfosten (1.). „Da hatten wir Glück“, bekannte Schütt, dessen Mannen danach aber immer besser in die Partie kamen. Zwar setzten die Gastgeber mit Ihrer Fünfer-Abwehrkette auf ein frühes Pressing, doch die Nullfünfer ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Der Lohn kam in der 17. Minute, als Onesi Kuengienda einen Konter nach Vorarbeit von Tim Schwaiger aus 16 Metern zum 1:0 verwandelte.

„Saudummes“ Gegentor

Danach spielten die Südbadener zwar besser auf, waren aber nicht wirklich gefährlich. Doch auch den Reutlingern gelang es nicht, durch ein zweites Tor dem Spiel die eigene Richtung vorzugeben. Gefährlich wurde es für den SSV aber nicht – bis in Minute 34 Reutlingens Samuel Mayer den Lörracher Leon Riede bei einem Befreiungsschlag so anschoss, dass der Ball unhaltbar am bis dato fast beschäftigungslosen Tim Zemmer im SSV-Gehäuse vorbei zum 1:1 in die Maschen flog. „Das war ein saudummes Gegentor“, ärgerte sich auch Schütt über eine der kuriosen Szenen des Spiels. Dieser Treffer schien nun den Gastgebern Aufwind zu geben, doch konnten die Lörracher zwei Chancen durch Vicent Kittel, dessen Schuss von Arbnor Nuraj im letzten Moment geblockt wurde (41.), und Wissam Kassem, bei dessen Freistoß Zemmer auf dem Posten war (43.), nicht nutzen.

Diesen Schwung der letzten Minuten nahmen die Gastgeber gleich mit in Durchgang zwei. Die Nullfünfer bekamen keinen Zugriff mehr auf die Partie, sodass sich diese vornehmlich in der Reutlinger Hälfte abspielte. Zemmer riss bei einem Freistoß von Briegel die Fäuste gerade noch rechtzeitig hoch (53.), und nach einem Fehlpass von Willie Sauerborn an den eigenen Strafraum hatte der SSV Glück, dass die Gastgeber den Ball vertändelten (63.). Erst so langsam befreite sich der SSV vom Druck der Gastgeber und hatte selber wieder Chancen, doch der Schuss von Mayer aus 16 Metern wurde gerade so zur Ecke geblockt (70.), und Tim Schwaigers Schuss in Minute 72 war etwas zu hoch angesetzt. Auf der Gegenseite verpasste der eingewechselte Patrice Glaser die mögliche Führung für den Aufsteiger.

Kurioses Tor von Sauerborn

Doch als sich fast alle der 440 Zuschauer schon mit einem Unentschieden zufriedengegeben hatten, passierte Kuriosum Nummer zwei: Schwaiger spielte bei einem Konter schnell auf die rechte Seite zu Kuengienda. Dieser ließ einen Gegenspieler aussteigen und legte zurück auf Sauerborn, doch dieser brachte aus 11 Metern nicht genug Druck hinter den Ball – dachten zumindest alle Zuschauer und auch FVLB-Schlussmann Dominik Lüchinger, unter dem der Ball zum 2:1 für Reutlingen ins Tor kullerte (87.). „Der hat eigentlich eine gute Partie gemacht“, zollte Schütt dem Schlussmann des Aufsteigers dennoch Respekt. Dem eingewechselten Amin Zukic war es vorbehalten, einen weiteren Konter zum 3:1-Endstand abzuschließen (90.). „Das war kein gutes, ein zerfahrenes Fußballspiel“, gab Schütt nach dem Schlusspfiff unumwunden zu. „Vor allem das Umschaltverhalten war heute nicht so, wie es sein müsste. Da fehlte die Geschwindigkeit. Aber am Ende sind es die drei Punkte, die zählen“. In dasselbe Horn blies Eiberger, der hofft, am kommenden Samstag gegen die Stuttgarter Kickers wieder auflaufen zu können. (wico)

So spielten sie:

FV Lörrach-Brombach: Lüchinger – Kierzek (60. Rohner), Ozan, Riede, Pinke, Böhler – Colley, Kassem (69. Glaser), Nickel – Briegel (64. Erdogan), Kittel (79. Aliane)

SSV: Zemmer – Staiger (77. Rasic), Nuraj, Jäger, Suddoth – Mayer (80. Wöhrle), Mohr – Küley (60. Zukic), Schwaiger, Kuengienda (90. Ioannidis) – Sauerborn

Tore: 0:1 Kuengienda (17.), 1:1 Riede (34.), 1:2 Sauerborn (87.), 1:3 Zukic (90.)

Schiedsrichter: Rösch (Bad Wurzach)

Zuschauer: 440

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