SSV und VfB gehen inklusiv Hand in Hand

„Ich sitze im Stadion ja immer ganz vorne, da kann ich tolle Fotos schießen!“ Der Fußballfan im Rollstuhl zeigt uns seine Fotokamera, die bis zu zehn Bilder pro Sekunde schafft – und mit der er auch Videos drehen kann. Er ist immer ganz nahe dran am sportlichen Geschehen und gehört zu einer Gruppe behinderter Fußballfans, die sich am Freitag schon um 17 Uhr vor dem Kreuzeiche-Stadion versammelt haben. Gerade für sie ist im Vorfeld des SSV Reutlingen-Spiels gegen die Profis des VfB Stuttgart die Aktion „Gemeinsam Herz zeigen für Menschen mit Handicaps.“

Am späteren Abend hat dann der Oberligist vor 7500 Zuschauern 4:0 gegen das Team vom Neckar verloren – Mitmenschlichkeit und Fairplay aber haben gewonnen. Es wurden Tombola-Lose für einen guten Zweck verkauft, bei dem jedes Los gewann. Dabei gab es vor allem VfB-Devotionalien wie T-Shirts oder Käppis zu gewinnen.

Die Stiftung „Stars4Kids“, eine internationale Hilfsorganisation mit Sitz in Baden- Württemberg organisierte den Losverkauf. Der Andrang war groß, denn natürlich waren am Freitag auch sehr viele Fans des VfB gekommen, die in Reutlingen und in der Region zuhause sind. „Stars4Kids“ sind seit geraumer Zeit Kooperationspartner des VfB Stuttgart mit dessen gesellschaftlichem Engagement „VfB-Fairplay“.

Die Erlöse kamen am Ende den SSV-Heimspielbesuchern mit Rollstuhl zugute, ebenso profitierten der Arbeitskreis Leben, die Lebenshilfe und die Kulturwerkstatt Reutlingen, die Paravan-Stiftung, das VfB Projekts Fairplay und die Körperbehindertenförderung Neckar-Alb.

Nun ist „Inklusion“ ein etwas sperriger Begriff, soll aber in der Tat alles umfassen, was die Beteiligung von Menschen mit Handicaps am „ganz normalen“ Leben ermöglichen soll. Und beim Fußball ist es eben die Integration von Anhängern, die körperliche und geistige Handicaps haben. Ganz gleich, ob ein Spiel ausverkauft ist: Für die Leute im Rolli ist vorne, ebenerdig und damit barrierefrei immer Platz. Beim SSV Reutlingen sind es Alexander Meister und Walter Braun die das inklusive Engagement nach Kräften unterstützen. Und die Einlaufkinder, die am Freitag die Spieler aufs Feld begleiteten, waren Menschen mit und ohne Handicaps. Klar, dass bei der Veranstaltung Cheerleader und das „Fritzle“, das Maskottchen des VfB, da nicht fehlen durfte.

Mobilität auf vier Reifen: Weil die Show vor dem Spiel auch etwas raumgreifender sein sollte, kamen drei Autohäuser aus Reutlingen, die ihre Fahrzeuge präsentierten. Initiiert wurde all das vom „Business-Club“ des Fußballvereins. Auch die AOK hatte vor dem Stadion einen Info-Stand aufgebaut.

Sponsoren des SSV mit dem Unternehmen Apros-Consulting haben sich zusammengetan mit dem Ziel, auch künftig mit interessanten Sonderaktionen aufwarten zu können. Die am Freitag hieß „Mobilitätsmesse“. Der SSV möchte mit solchen Events auch weiterhin an Attraktivität für Fans, Sponsoren und die Spieler gewinnen.

Quelle: SWP

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