Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Um die im März kurzfristig abgesagte Mitgliederversammlung nun endlich corona-sicher über die Bühne zu bringen, trafen am Freitagabend die Mitglieder des SSV Reutlingen auf der Haupttribüne des Kreuzeichestadions zusammen. Im Mittelpunkt: die Wahl einer neuen Vereinsführung.

Mit großer Mehrheit (109 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und vier Enthaltungen) ist der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende und Noch-Präsident des Gesamtvereins, Karsten Amann, zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der 46-jährige Rechtsanwalt erklärte vor seiner Wahl, das Amt des Vorstandsvorsitzenden nie angestrebt zu haben. Die vergangenen Wochen hätten ihn jedoch zum Umdenken bewogen. In der aktuellen Konstellation sehe er eine große Chance für den SSV, der jetzt vor allem Zusammenhalt und Vertrauen benötige. Personell sei man gut aufgestellt, auch dank des rührigen Unterstützerteams im Hintergrund, das gut mit Vorstand und Aufsichtsrat zusammenarbeite. Sein Amt als Gesamtvereins-Präsident, das er seit neun Jahren inne hat, werde er im Herbst abgeben.

Amann zur Seite stehen werden künftig Patrick Gühring (keine Nein-Stimme, eine Enthaltung) und Diplom-Kaufmann Mario Kolb als Finanz-Vorstand (eine Nein-Stimme, fünf Enthaltungen). Gühring, der künftig den sportlichen Bereich im Vorstand verantworten soll, zeigte sich “baff” über das herausragende Wahlergebnis. Der 40-Jährige, der Master im Automotive Management und als Interims-Manager selbstständig ist, durchlief einst alle Nachwuchsmannschaften an der Kreuzeiche von der F- bis zur A-Jugend und war auch in der Oberliga für die 05er aktiv. Künftig will er abseits des Rasens für seinen SSV Verantwortung übernehmen: “Ich glaube an das Ganze, was hier gestartet wurde, und an die Unterstützergruppe, die in den vergangenen Wochen einen herausragenden Job gemacht hat.” Auch Kolb (39), zuvor seit September 2019 Mitglied des Aufsichtsrats, dankte den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen. “Das ist Ansporn und Verantwortung zugleich.”

Zuvor waren Theo Faßnacht, Alfons Bietz und Norbert Brendle, die nicht mehr kandidierten, verabschiedet worden. Außerdem hatten die Mitglieder vor der Wahl zwei Satzungsänderungen zugestimmt. So wird das Vorstands-Team von fünf auf drei Personen verkleinert und außerdem nur noch auf ein Jahr gewählt. Analog dazu stimmten die Mitglieder dafür, den Aufsichtsrat auf drei Personen zu begrenzen und dessen Amtszeit auf ein Jahr festzulegen. Diesem wird künftig neben Ines Hahn und Jochen Weigl, die mit großer Mehrheit wiedergewählt wurden, Jonas Ramolla angehören, während Hans Bock, Wilfried Haselberger sowie Hans Rahn für die kommenden vier Jahre in den Ehrenrat gewählt wurden.

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