Vor 1.300 Zuschauern geht der SSV Reutlingen 05 kurz vor der Pause durch Schaal in Führung. Göppingen gleicht per Foulelfmeter in der Schlussphase aus. Sechstes Unentschieden in neun Spielen für die Reutlinger.
Ausgeglichener Beginn
Die Gastgeber, bei denen mit Piu, Milisic und Lübke drei alte Bekannte in der Startelf standen, hatten Anstoß und versuchten direkt Druck aufzubauen, ohne jedoch gefährlich zu werden. Überraschend dabei war, dass Sturmveteran Dicklhuber in der heutigen Partie vor der Abwehr auf der 6 unerwartet defensiv aufgestellt war. Der SSV benötigte dann ein paar Minuten, um in die Begegnung zu finden, was zu Beginn am häufigsten über die rechte Spielfeldseite im Zusammenspiel zwischen Asare und Maurer gut funktionierte. Beide Mannschaften zeigten in dieser Phase ein gefälliges Aufbauspiel zwischen den Strafräumen, ohne die jeweiligen Angreifer in Szene setzen zu können.
Die erste erwähnenswerte Gelegenheit für die Reutlinger ergab sich in der 13. Spielminute, als Schaal auf der linken Seite Tempo aufnahm und den Ball zu Kuhn spielte, dessen Flanke im Strafraum bei Sökler landete. Der Abschluss kam jedoch zu direkt auf den Ex-SSV Torspieler Piu, der keine Mühe hatte, den Ball zu halten. Im direkten Gegenzug bekam Gentian Lekaj zu viel Platz und schloss von der Strafraumgrenze ab, jedoch auch für Binanzer war dieser Versuch keine echte Herausforderung.
SSV drängt und trifft zur Führung
In der Mitte der ersten Halbzeit versuchten es die Göppinger meist mit Lübke über die rechte Seite, Ben Schaal und Jonas Vogler hatten ihre Seite jedoch gut im Griff und ließen wenig zu. Auf der Gegenseite hatten die Reutlinger einen hohen Ballbesitzanteil und warteten, wie in den vergangenen Spielen, geduldig auf ihren Moment, jedoch gelang es ihnen nicht, die Gastgeber mit ihren teils zögerlichen Angriffsversuchen zu überraschen. So versuchten die Reutlinger auch, mit Rotation der beiden Außenspieler Kuhn und Maurer das Spiel neu zu beleben.
Nach 38 Minuten kamen die Reutlinger dann über einen Eckball zu einer weiteren Chance. Während Piu einen Kopfball von Schaal noch parieren konnte, landete der Göppinger Klärungsversuch nach einem kleinen Durcheinander, direkt vor den Füßen von Moritz Kuhn, dessen Schuss jedoch das Tor knapp verfehlte. Zwei Zeigerumdrehungen später war es mit dem direkten Freistoß durch Pepic erneut ein Standard, der eine Reutlinger Chance einbrachte, jedoch stand Piu richtig und hatte keine Probleme den Versuch zu entschärfen. Aber die Zahl der Abschlüsse auf Reutlinger Seite nahm zu.
In der 43. Spielminute war es dann soweit: Ben Schaal kam auf der linken Außenbahn über einen Doppelpass mit Marcel Sökler in den Strafraum und schloss souverän flach ins lange Eck ab. Mit dieser 1:0 Führung ging es dann auch in die Pause.
Reutlingen spielt Konter nicht aus
Direkt nach der Halbzeitpause wollte der SSV nachlegen. Moritz Kuhn ging in der 50. Spielminute rechts an die Grundlinie durch und flankte an den 5-Meter-Raum, wo Maurer zum Kopfball kam und Piu zu einer Glanztat zwang. Die Reutlinger wollten dabei den Ball hinter der Linie gesehen haben, jedoch blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus.
Danach ließen die Reutlinger ihrem Gegner immer mehr Platz und warteten nun eher auf Kontergelegenheiten, wie in der 56. Spielminute, als Maurer Moritz Kuhn in den Strafraum schickte, aber mit dem Pass etwas zu lang gezögert hatte, wodurch Kuhn sich keine gute Abschlussposition erlaufen konnte und an Piu scheiterte. Oder als der eingewechselte Sauerborn in der 72. Minute dem letzten Mann Milisic den Ball abnahm, sich jedoch im Laufduell nicht durchsetzen konnte. Dies waren in der zweiten Hälfte die einzigen nennenswerten Gelegenheiten für den SSV, die alle nicht konsequent zu Ende gespielt wurden.
Göppingen erhöht Druck und gleicht aus
Auf der Gegenseite kam Göppingen immer häufiger vors SSV-Gehäuse und in der 58. Minute zur ersten gefährlichen Abschlussaktion die Wally – wie auch bei der nächsten Chance in der 65. Minute – in höchster Not gerade noch blocken konnte. In der Folge leisteten sich die Nullfünfer immer häufiger unnötige Fouls. Das erste Vorzeichen, dass der Ausgleich in der Luft lag, gab es dann in der 76. Spielminute, als David Trivunic einen direkten Freistoß an den linken Pfosten setzte. Hier wäre Binanzer chancenlos gewesen.
In der 86. Spielminute kam es wiederum zum Getümmel im Reutlinger Strafraum, bei dem mehrere Spieler beider Mannschaften zu Fall kamen, woraufhin die Göppinger bereits zum vierten Mal in der Partie vehement einen Strafstoß forderten. Diesmal mit Erfolg: der bis dahin souverän leitende Jonathan Woldai zeigte nun auf den Punkt. GSV-Kapitän Milisic ließ sich die Möglichkeit jedenfalls nicht nehmen und verwandelte ins linke untere Eck.
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Wieder Führung verspielt
Der SSV ist weiter mit dem Phänomen der zwei unterschiedlichen Halbzeiten beschäftigt, in der die Jungs wieder einmal in Führung gehen konnten, diese Führung aber nicht über die Zeit brachten und dem Gegner mit laufender Spielzeit immer mehr das Feld überließen.
Die Mannschaft versäumte zuletzt, gegen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel die nötigen Punkte zu holen, um den Abstand zu Platz 13 zu erhöhen. Der SSV belegt in der Tabelle den neunten Platz, hat aber nur vier Punkte Vorsprung auf einen potentiellen Abstiegsplatz. Es folgen nun schwere Spiele zu Hause gegen Aalen und in Mannheim, bei denen der SSV in der Rolle des Underdogs daher fast schon zum Punkten gezwungen ist. Immerhin bleibt das Team im Jahr 2026 weiter ungeschlagen und will diese Serie gerne noch ein wenig ausbauen.