Dritter Sieg im dritten Ligaspiel der Saison bringt dem SSV Reutlingen 05 die maximale Punktausbeute in der Oberliga Baden-Württemberg. Die Nullfünfer drehen die Partie bei der TSG Balingen mit einem Doppelschlag in der Schlussphase.

Der SSV nimmt trotz eines langen Rückstands erneut drei Punkte mit an die Kreuzeiche. In einer über weite Strecken chancenarmen Begegnung übernehmen die Nullfünfer nach der Pause zunehmend die Kontrolle, finden gegen die defensivstarken Gastgeber zunächst aber kaum Lösungen. Als vieles bereits für einen Heimsieg der TSG spricht, schlägt der SSV in den Schlussminuten doppelt zu. Der zahlreiche Reutlinger Anhang unter den 1.575 Zuschauern ist nach dem späten Siegtreffer fassungslos vor Glück.

Ausgeglichene Anfangsphase und früher Rückschlag

Mit sechs ehemaligen Reutlingern in der Startformation ging die TSG Balingen in die Partie. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab, wobei der SSV in der Anfangsphase hoch presste und leichte Feldvorteile hatte. Die erste Möglichkeit gehörte dann auch den Nullfünfern. Nach einer Flanke von Wycliff Yeboah stieg Konstantinos Markopoulos am höchsten, setzte seinen Kopfball aber über das Tor (8.). Vier Minuten später meldeten sich die Gastgeber erstmals gefährlich an. Founes setzte sich im Zentrum durch und verzog seinen Abschluss aus 17 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei.

Insgesamt entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit wenigen Strafraumszenen. In der 15. Minute gingen die Hausherren dann überraschend in Führung. Eine Flanke von Colic wurde immer länger und länger, segelte über Marcel Binanzer hinweg und landete zum 1:0 im Netz. Ein Treffer, der sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht angedeutet hatte.

Wenig Torchancen vor der Pause

Auch nach dem Rückstand blieb die Begegnung lange arm an Höhepunkten. Die Nullfünfer hatten nach 26 Minuten ihre beste Gelegenheit der ersten Halbzeit. Nach schöner Vorarbeit von Terry Asare und Marcel Sökler zog Jonas Vogler aus 13 Metern ab, verfehlte das Tor jedoch knapp. Mit zunehmender Spieldauer gelang es Balingen immer besser, das Spiel vom eigenen Tor fernzuhalten. Der SSV tauchte offensiv seltener gefährlich auf, während die Gastgeber ihre Führung kontrollierten. Kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte Binanzer mit einer starken Parade gegen Klostermann sogar das mögliche 2:0 (42.). Die Pausenführung der TSG war zu diesem Zeitpunkt verdient.

Der SSV übernimmt das Kommando

Die Nullfünfer kamen verbessert aus der Kabine. Bereits kurz nach Wiederanpfiff bediente Tim Schwaiger seinen Teamkollegen Yeboah, dessen Abschluss aus 16 Metern allerdings zu unplatziert geriet (47.). Auf der Gegenseite zielte Schmidt deutlich über das Tor (50.). Mit zunehmender Spielzeit übernahm der SSV immer mehr Ballbesitz und Kontrolle. Die Gastgeber standen tief, verteidigten diszipliniert und lauerten auf Konter. Viele Ballverluste auf beiden Seiten verhinderten jedoch einen echten Spielfluss.
Die beste Reutlinger Phase begann nach knapp einer Stunde. Ein Kopfball von Vogler wurde noch vor der Linie geklärt (58.), ehe Schwaiger mit einer Flanke fast den Ausgleich erzielte. Sein Ball senkte sich gefährlich und landete an der Latte (65.). Nur eine Minute später versuchte es Markopoulos aus der Distanz, konnte den TSG-Keeper Potye jedoch nicht ernsthaft gefährden.

Balingen verteidigt diszipliniert

Der SSV drängte nun auf den Ausgleich, fand gegen die kompakte Defensive der Gastgeber aber nur selten den direkten Weg zum Tor. Balingen blieb gleichzeitig durch Konter gefährlich. Schmalz versuchte es zunächst aus der Nähe der Mittellinie (67.), ehe er in der Schlussviertelstunde gleich zweimal zu guten Abschlüssen kam: Sein Schuss aus 15 Metern war zu zentral und stellte Binanzer vor keine Probleme (75.). Zwei Minuten später parierte der Reutlinger Schlussmann stark gegen Schmalz aus spitzem Winkel (77.).
Die Nullfünfer liefen weiter an und suchten ihr Glück immer wieder über die Außenbahnen und mit Hereingaben in den Strafraum. Die kompakte Balinger Defensive hielt lange stand und vieles deutete auf einen Heimsieg der TSG hin. Der SSV gab sich jedoch nicht auf und glaubte bis zum Schlusspfiff an seine Chance.

Doppelschlag in der Schlussphase

In der 89. Minute wurde der Reutlinger Aufwand schließlich belohnt. Nach einem Handspiel im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Markopoulos übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich (90.).
Die Nullfünfer gaben sich damit nicht zufrieden. In der vierten Minute der Nachspielzeit setzte sich Asare stark auf dem linken Flügel durch und brachte den Ball scharf vor das Tor. Ferdinand Schmidt versuchte die Hereingabe zu klären, grätschte den Ball dabei jedoch unhaltbar ins eigene Netz. Der zahlreiche Reutlinger Anhang geriet nun in Extase.
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Moral wird belohnt

Lange Zeit sah es nicht nach einen Reutlinger Erfolg aus. Nach dem unglücklichen Rückstand übernahm der SSV im zweiten Durchgang zunehmend die Spielkontrolle, konnte gegen die kompakte Balinger Defensive jedoch nur selten klare Chancen herausspielen. In den Schlussminuten bewiesen die Nullfünfer große Moral und zwangen das Glück auf ihre Seite. Am Ende belohnte sich eine Mannschaft, die bis zum Schlusspfiff an sich glaubte und willensstark den dritten Sieg im dritten Oberligaspiel einfuhr.

Der SSV hat 2026/27 bisher alle fünf Pflichtspiele gewonnen, dreimal in der Liga und zweimal im Pokal. Weiter geht es am kommenden Samstag um 15:30 Uhr an der Kreuzeiche gegen den 1. FC Normannia Gmünd. Unsere Mannschaft peilt dabei Sieg Nummer Sechs an.

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